Auf ein Wort

Langsam hält wieder die ruhigere Jahreszeit Einzug. Jetzt, Ende Oktober, wenn ich diese Zeilen schreibe, ist es noch warm, die Blätter haben sich verfärbt; wenn Sie diese Zeilen lesen, sind sie zum großen Teil bereits von den Bäumen gefallen, vielleicht lag schon der erste Schnee. Mancher oder mancher hat schon die ersten selbstgebackenen Plätzchen in den Dosen. Der Adventskranz, wo er die Zimmer schmückt, ist fast fertig oder hängt bereits.

Zu den regelmäßigen Veränderungen unseres Lebens gehören diese Dinge. Manchmal nehmen wir sie lediglich zur Kenntnis, manchmal freuen wir uns darauf, manchmal fürchten wir uns vor ihnen. Gemeinsam haben sie mit vielen Dingen unseres Lebens: Wir können sie nicht aufhalten. Sie kommen und gehen in ihrem eigenen Rhythmus und sie entziehen sich damit dem, was wir so gern tun: Die Dinge selber zu planen, sie in unseren Händen zu halten und sie unseren Bedürfnissen anzupassen.

Damit sind sie aber leise Zeichensetzer für unser Leben. Sie sagen uns – manchmal bemerkt, manchmal unbemerkt – dass sich unser Leben in weiteren Zusammenhängen abspielt und von weiteren Zusammenhängen bestimmt ist, als die, die wir allein kontrollieren können. Ebenso wenig, wie wir letztlich wirklich einen Einfluss auf Geburt und Sterben, also unser Kommen und Gehen im Leben haben. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine die wir gern verdrängen. Und wir verdrängen damit ebenso, dass wir eigentlich etwas brauchen, das uns durch die Zeiten trägt; das uns hilft, mit diesen Sicherheiten, die sich unserem Leben entziehen und uns damit auch unsicher machen, verträglich leben zu können. Also mit unserem Leben leben zu können und nicht gegen unser Leben, wie es sich ergeben hat und ergibt.

Weihnachten ist ein Ort, der dorthin weist, wo unser Leben aufgehoben ist. Von woher es Sinn und Kraft und Mut und Trost bekommt, wenn uns das alles manchmal abhanden kommt. Und der uns helfen kann, versöhnt mit diesen Sicherheiten des Lebens und allen Unsicherheiten zu leben. Zumindest einmal im Jahr, so scheint es, gibt es das Bedürfnis für viele, dort einmal hinzusehen. Und zu merken, dass das gut tut oder gut tun kann. Seien Sie herzlich eingeladen, das mit uns zu tun.

Christian Paul