Auf ein Wort

Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie noch das Lied von Reinhard May ‚Über den Wolken‘? Es geht weiter: … muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein. Mir fiel es ein, als ich über die jetzt beginnende Zeit nachgedacht habe. Es wird Sommer. Und das ist die Zeit, die die meisten als die erholsamste Zeit des Jahres beschreiben. Hier machen viele Urlaub, es gibt die längsten Schulferien, man verreist am häufigsten und längsten. Kein Wunder, denn es ist die wärmste Zeit. Es locken Spazierengehen, Wandern, Segeln, Baden und all die anderen Freuden, die der Sommer so mit sich bringt.

Und all das bedeutet im Kern: sich aus dem Alltag entfernen. Mal kurz, mal lang, je nachdem, wie viel Zeit ich zur Verfügung habe, wo ich bin und was ich vorhabe. Es sind Ausstiegszeiten. Und ungemein wertvolle dazu. Zum Abstand bekommen. Zum Kraft tanken. Zum ‚Mal-auf-andere-Gedanken-kommen‘. Zum ‚Einfach-mal-weg-sein‘. Und dafür braucht man sie. Um all das einmal hinter sich lassen zu können, was sonst Leben und Alltag  ausmacht. Das muss nicht immer ein so schroffer Ausstieg sein, wie ihn die Berge auf dem Bild andeuten. Es müssen auch nicht immer Ängste und Sorgen sein, wie bei Reinhard Mey besungen, aus denen man sich entfernen muss. Ausstiegszeit, das kann einfach nur bedeuten, einmal wieder in eine andere Richtung zu schauen als im Alltag, einfach einmal eine neue Tür zu etwas hin zu öffnen, wohin ich bisher nicht gesehen habe; sich – eventuell auch nur kurze Zeit – einmal in einen anderen Lebensraum zu begeben. Um dann neu, leichter, freier, gestärkter, erfrischter in das zurückzukehren, was sonst das eigene Leben ausmacht.

Das wünsche ich Ihnen für diese Zeit und diesen Sommer, wo immer Sie ihn auch verbingen!

Christian Paul