Abschied von Hilde Hoffmann


Ein letzter, sehr persönlicher, Brief an Hilde „Hoffi“ Hoffmann

 

Liebe Hilde,
Dein Fahrrad steht nicht mehr vor dem Gemeindehaus. Viele Jahre warst Du damit fast jeden Morgen am Rehagen unterwegs. Am liebsten im Frühling und Sommer und bei Sonnenschein. Kein „hast Du schon den Kuckuck oder die Nachtigall gehört?“ mehr oder „wie viele Rehe hast Du heute Morgen gesehen?“, wenn wir uns dort getroffen haben. Kein gemeinsames Sitzen auf dem Baumstamm am Hummelsee mehr (Du hattest meisten ein Butterbrot dabei). Kein „sag Gerhild bitte, dass es in diesem Jahr am Rehagen viele Schlehen gibt“ (diese Nachricht kam noch aus dem Hospiz!). Kein „bring mir bitte wieder große Rollen Geschenkband für meine Fröbelsterne mit“.

Du sitzt nicht mehr auf Deinem Platz in der Kirche, gleich rechts am Eingang und reichst den Gottesdienstbesuchern mit einem „Guten Morgen“ die Gesangbücher.

Im Frauenkreis, den Du so viele Jahre geleitet hast, habt Ihr nicht nur über biblische Themen gesprochen, sondern über Gott und die Welt. Sei gewiss, Frau Neblung und Frau Rothbart werden es gut machen!

Auch im Weltladen warst Du aktiv, hast ihn 2006 mit Pastorin Wenn gegründet. Mit großer Freude bist Du mit in das Zentrallager gefahren und hast für den Weltladen eingekauft. Aber nie zu viel, keine Schulden zu machen war Dir wichtig. Nach fast jedem Gottesdienst hast Du im Weltladen im Turm gestanden und fair gehandelte Dinge verkauft.

Du liebtest Kinder und die Arbeit mit und für sie. Früher im Kindergottesdienst oder auf Kinder-und Jugendfreizeiten, später beim Kinderbibeltag oder bei der Kinderbibelwoche. Trotz des Trubels, der dort oft herrschte, hattest Du immer die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder und kanntest auch die meisten mit Namen. Während Pastor Paul kleine Geschichten oder Stücke für Kinderbibeltag oder –woche geschrieben hat, konntest Du immer die passenden Lieder beisteuern. Du kanntest so viele!

Du warst von 1978-2014 fast durchgängig Mitglied des Kirchengemeinderates (früher Kirchenvorstand). Du hast Neues und Neue angenommen und ihnen Zeit gelassen, „lasst sie doch erst einmal ankommen!“ Du hast immer die Gemeinde im Blick gehabt, wichtig war Dir die Zusammenführung der Generationen in der Gemeinde und die Arbeit mit und für Kinder.

Du mochtest Seifenblasen und Windmühlen und hättest am liebsten bei jedem Kinderbibeltag „etwas damit gemacht“. Wenn man in den nächsten Wochen am Rehagen ist, wird man sicherlich die eine oder andere kleine Windmühle im Gebüsch finden!

Und Deine Fröbelsterne! Unmengen dieser Winzlinge hast Du gefaltet. Wir werden sie für Dich auf dem Basar und Kunsthandwerkermarkt verkaufen. Zugunsten der Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde!

Jetzt ist Quittenzeit. Gerne hätte ich Dir noch eine vorbeigebracht. „Eine reicht mir, die kommt in die Obstschale, ich mag ihren Duft so gerne!“

 

Tschüss Hilde, wir sehen uns!
Im Namen Deiner Gemeinde,

Deine Gerhild (Krieger-Kopperschmidt)  und Marion (Ansen)